DICOM-Treffen 2019

Künstliche Intelligenz und Vernetzung

Vor welchen Herausforderungen steht die Radiologie mit Blick auf „Artificial Intelligence“ (AI), Vernetzung und IT-Sicherheit? Prof. Dr. Peter Mildenberger, Wissenschaftlicher Leiter des DICOM-Treffen 2019 in Mainz und Leitender Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie der Universitätsmedizin Mainz wirft einen Blick voraus auf die Themen des Treffens.

Herr Professor Mildenberger, „Artificial Intelligence“ und Datensicherheit stehen im Mittelpunkt des diesjährigen DICOM-Treffens. Welche aktuellen Herausforderungen werden die Referentinnen und Referenten denn beleuchten?

Prof. Dr. Peter MildenbergerProf. Dr. Peter MildenbergerAktuell sind die Entwicklungen der künstlichen Intelligenz und Vernetzung wahrlich Herausforderungen für die Radiologie. In zwei unterschiedlich ausgerichteten Sessions werden einerseits die Grundlagen beleuchtet, d. h. die künstliche Intelligenz auch im Kontext der Forschung oder das Potential zum Beispiel von Radiomics-Anwendungen diskutiert. Zum anderen wird über erste Erfahrungen im Alltag berichtet werden. Im Hinblick auf die Vernetzung, auch eHealth genannt, sind die Anforderungen und Chancen für die Radiologie selbstverständlich besonders relevant. Beispielsweise ist der Austausch von Bilddaten für die Notfallbehandlung, Konsultation oder Weiterbehandlung von hohem Interesse. Die – auch politisch geführte – Diskussion zu Patientenakten und Gesundheitsakten erfordert die konsequente Auseinandersetzung mit IT-Sicherheitsaspekten. Hierzu haben wir einen ausgewiesenen Experten, Herrn Martin Tschirsich, einladen können.

Einer der Referenten fragt im Vortragstitel: „Wird KI endlich langweilig?“ – Wie alltäglich sind denn Anwendungen künstlicher Intelligenz heute schon?

Die Zunahme von Publikationen, die sich mit künstlicher Intelligenz befassen, ist in den letzten Jahren nahezu exponentiell gewesen. Anwendungen sind in ganz unterschiedlichen Bereichen, der Frakturdiagnostik, der Pneumonie-Erkennung oder der Bestimmung des Knochenalters bekannt. Einzelne Kliniken setzen KI bereits routinemäßig sogar bei der Auswertung von Computertomografien von Polytraumapatienten ein. Die Ergebnisse verschiedener Tools sind sicherlich schon sehr beeindruckend. Es gibt jedoch generell die Erfahrung, dass eine Anpassung und Validierung derartiger Lösungen zwingend ist. Hieran arbeiten die Fachgesellschaften und Hersteller aktiv.

Sie haben auch Gastredner aus Österreich und der Schweiz eingeladen. Was können wir von unseren Nachbarn lernen?

Die Diskussion in Deutschland über eHealth, Gesundheitskarte oder Vernetzung ist hinlänglich bekannt. Es sollte uns aber bewusst sein, dass sowohl in Österreich als auch in der Schweiz inzwischen flächendeckend und politisch unterstützt leistungsfähige Lösungen etabliert sind sowie weiter ausgebaut werden. Der Ansatz in diesen Ländern basiert auf international anerkannten Standards, insbesondere unter Anwendung der Profile von Intergrating the Healthcare Enterprise, kurz IHE.

Haben Sie ein persönliches Veranstaltungs-Highlight, auf das Sie sich besonders freuen?

Dieses Jahr werden wir erstmals am Donnerstagabend eine interdisziplinäre Diskussionsrunde zu den ethischen Herausforderungen, die uns mit der Anwendung von eHealth und künstlicher Intelligenz erwarten, durchführen. Diese Sitzung wird mit einem Impulsreferat zur Ethik von Frau Professor Michl aus Berlin eingeleitet. In der Diskussionsrunde wird neben Experten aus der Industrie und Medizininformatik wie Professor Becker aus Genf auch der AI-Beauftragte der ESR vertreten sein.

Mehr Informationen und Anmeldung:

KIS-RIS-PACS und 21. DICOM-Treffen 2019
4. – 6. Juli 2019
Schloß Waldthausen bei Mainz
https://dicomtreffen.unimedizin-mainz.de/